Wie die „cloud“ uns verändert « Sherry Turkle in der FTD

Im Interview mit der FTD spricht Sherry Turkle über eine nachwachsende Generation, deren Kommunikationsfähigkeit auf idiotisch-narzistischen Stand zu verkümmern droht. 

Vor allem lernen Kinder nicht mehr, auch mal allein zu sein – diese Generation kennt nichts anderes als die ständige Verbindung. Das Gleiche sehen Sie bei Erwachsenen. In den USA holen die Leute an jeder Ampel das Handy raus und an der Supermarktkasse, und an der Bushaltestelle. Die Menschen ertragen es nicht, auch nur einen Moment alleine über etwas nachzudenken. Wir verlieren die Fähigkeit, allein zu sein – aber genau das ist das Fundament für gesunde Beziehungen. Das macht mir am meißten Sorgen. Meine andere Sorge ist, dass wir immer weniger Gespräche führen – aber erst im Gespräch mit anderen lernen wir Selbstreflexion. Das lernen Kinder nicht beim SMS-Schreiben. 

Sherry Turkle ist klinische Psychologin und Professorin für Soziologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie seit vielen Jahren praktizierende Psychotherapeutin. Einen Namen als herausragende amerikanische Wissenschaftlerin hat sie sich schon frühzeitig erworben, seit sie sich mit Computern und den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine beschäftigt. Mit dem Erscheinen des Werkes „Wunschmaschine“ (Reinbeck 1984) wurde sie international berühmt. 

Hallo Nachbar! WLAN-Router – bequem und unsicher

Der ambitionierte Programmierer Sven Viehböck veröffentlichte Ende Dezember eine detaillierte Anleitung, wie man eine schon länger bekannte Schwachstelle in WPA/WPA2 geschützten Drahtlos-Netzwerken mithilfe OpenSource-Software ausnützt, um z.B. beim Nachbarn … kostenlos mitzusurfen. 

Grundlage dieser Sicherheitslücke ist das Wi-Fi Protected Setup (WPS), das eigentlich zur vereinfachten sicheren Konfiguration des Routers dient. Per Knopfdruck oder einer vorgegebene PIN, die meist auf der Unterseite des Routers gedruckt ist, lässt sich das als sicher geltende WPA/WPA2-Verfahren einrichten. Das etwas umständlichere Hantieren mit Schlüsseln und Detaileinstellungen ist so nicht notwendig. Dieser oft verwendete Code lässt sich aber leicht errechnen, weil durch eine Verfahrensschwäche – der Router gibt Rückmeldung, ob bei einem Tippfehler die erste oder zweite Hälfte des Codes falsch war – dazu maximal 110.000 Versuche notwendig sind. Für entsprechende frei verfügbare Software ein Klacks. 

Bislang die einzig realistische Option scheint der Austausch der Router-Firmware gegen eine Open Source Variante wie DD-WRT auf unterstützten Routern. Selbst die Deaktivierung von WPS – wenn überhaupt möglich – schützt nicht vor einem Hack. Das wirft auch ein neues Licht auf dubiose Abmahnungen mittels „IP-Beweisen“, weil die technischen Möglichkeiten diese anfechtbar macht. 

Neues zu: Leider ist dieses Video in Deinem Land nicht verfügbar :(

Viele deutsche User ärgern sich seit längerem darüber, dass auf Grund von Urheberrechten manche Videos auf YouTube in ihrem Land nicht verfügbar sind. Zwar ist das einerseits verständlich, wenn aber ausgerechnet deutschsprachige Lieder von deutschen Künstlern in Deutschland nicht angeschaut weren können – schlicht unzeitgemäß und dem Verbrauchern schlecht vermittelbar. Zudem die Sperren auch ohne Weiteres umgangen werden können. Wie man Rechteinhaber und Zielpublikum zufriedenstellt, zeigte dieser Tage wieder Apple, das sich im Gegensatz zu Google mit der Gema auf ein Startpaket einigen konnte. Die „Blockierkriterien“ auf YouTube bleiben trotzdem undurchsichtig. 

Dass YouTube – bzw. dessen Mutterkonzern Google – Rechteinhabern erlaubt, mittels eines Redaktionssystems Inhalte auf YouTube zu löschen, kam jetzt während eines Rechtsstreits heraus, in den eine der schillernsten Figuren des Internets, Kim Schmitz, verwickelt ist. Dessen in Honkong ansässige Firma MegaUpload ermöglicht es, urheberrechtlich geschützte Daten zu beziehen. In Deutschland wird er von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) beobachtet, wozu deren Chef Matthias Leonardy meint: „Aus GVU-Sicht ist er ein 'Pate' in der Szene der digitalen Hehler.“ 

MegaUpload klagte in den Vereinigten Staaten gegen die Sperrung eines Werbeclips mit der Begründung, man sei von allen auftretenden Künstlern autorisiert deren Zitate zu nutzen. Als Beleg wurde eine Vereinbarung mit dem Rapper Will.i.am präsentiert. Nun ist das Video auf YouTube wieder online. Aber es sei alles ganz anders, erklärt der mächtige Musikkonzern Universal in einer neuen Eingabe bei Gericht (als PDF): Man habe gar nicht die Sperrung des Clips bei YouTube beantragt. Man habe einen Vertrag mit YouTube, der es UMG erlaube, in vielen vertraglich festgehaltenen Fällen Videoclips direkt über ein Redaktionssystem zu sperren – nicht nur bei Urheberrechtsverletzungen. 

Also rlaubt Google bestimmten Rechteinhabern direkte Eingriffe in das Angebot auf seiner Videoplattform. In welchen weiteren Fällen, wenn es nicht „nur um Urheberrechtsverletzungen“ geht, bleibt offen. Google sagt dazu: „Unsere Partner haben nicht weitreichende Rechte, alles aus unserem Angebot zu entfernen, was ihnen nicht gefällt.“ In bestimmten Fällen könnten „Partner“ basierend auf exklusiven Verträgen mit Künstlern Live-Aufnahmen entfernen. Wer aber diese Partner sind, ob es mit allen Verträge gibt, ob es in diesen Verträgen nur um Live-Aufnahmen geht – all das bleibt unklar. 

Seen and not seen – Talking Heads

He would see faces in movies, on TV, in magazines, and in books
He thought that some of these faces might be right for him
And through the years, by keeping an ideal facial structure fixed in his mind
Or somewhere in the back of his mind
That he might, by force of will, cause his face to approach those of his ideal
The change would be very subtleIt, might take ten years or so
Gradually his face would change its' shape
A more hooked nose, wider, thinner lips, beady eyes, a larger forehead


He imagined that this was an ability he shared with most other people
They had also molded their faced according to some ideal
Maybe they imagined that their new face would better suit their personality
Or maybe they imagined that their personality would be forced to change to fit the new appearance
This is why first impressions are often correct
Although some people might have made mistakes
They may have arrived at an appearance that bears no relationship to them
They may have picked an ideal appearance based on some childish whim, or momentary impulse
Some may have gotten half-way there, and then changed their minds

He wonders if he too might have made a similar mistake

– Talking Heads: Remain in Light, 1980

Antiquierte Lerntheorie im Elchtest

(…) „Aber ist das nicht die einzig vernünftige Methode des Lernens? Mehr in sich hineinzustopfen, als man verträgt? Informationen aufzusaugen wie ein durstiger Schwamm? Lehrstoff aufzutanken wie ein Wüstenkamel, das sich für die weite Reise wappnet? Nur so kann man herausfinden, was man wirklich benötigt, was sich als Gedankenfett und Ideenschmalz festsetzt in den Gehirnwindungen. Und dann jenes unerschöpfliche Reservoir bildet, von dem man ein Leben lang zehrt. Jedes ernstgemeinte Studium ist eine Orgie, ein Bacchanal der Informationszufuhr. Von dem man nachher den größten Teil wieder vergisst, wie bei jedem Exzess. Auf das, was hängenbleibt, kommt es an – aber man weiß ja vorher nie, was das sein wird. Also rein damit! Von streng organisiertem und systematischem Studium nach dem Lehrbuch habe ich nie etwas gehalten. Erst wenn man eine Bibliothek angelegt hat, kann man sie alphabetisch ordnen.“ (…)

Interview mit Henry Rollins

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„I think our media is, to a certain degree, propaganda. I don’t think any country escapes that all the way. I think we’re taught to fear. We’re taught to have this kind of bristling, chest-out, love-it-or-leave-it attitude. It’s odd to be in someone else’s country and see the American tell the local how it’s done, or feel the need to. “Really, do you know where you are? It’s not home. Be cool.” But for some people it’s just not how it’s going to go down.“

Die Antwort der Piraten « Pavel Mayer im Feuilleton der FAZ

Das komplette Interview im faz.net

Pavel Mayer, Abgeordneter der Piratenpartei und Unternehmer, antwortet dem Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion Peter Altmaier auf sein Interview zur digitalen Welt.

Leider muss man davon ausgehen, dass der illegale staatliche Trojanereinsatz die Spitze eines Eisbergs ist.